16.4 Installation auf dem Webserver

Herr Bertrand hat die Website nun lokal etwa so, wie er sich das vorstellt. Er hat in den vergangenen Wochen nach einem Provider für seine Website Ausschau gehalten und ist nach langer Suche bei einer kleinen Firma in der Nähe Kunde geworden. Die Firma bietet Herrn Bertrand eine SSL-geschützte Administrationsoberfläche mit dem Namen Plesk für die Einstellungen an seinem Webserver, den Datenbanken, der E Mail-Konfigurationen etc. an (Abbildung 16.53).

Admin-Oberfläche Plesk
Abbildung 16.53: Admin-Oberfläche Plesk

PHP läuft im Safe Mode9. Die Datenbank kann mit einem installierten phpMyAdmin bearbeitet werden. Herr Bertrand wollte gern eine webbasierte Verwaltung für seinen Server, weil er sich nicht mühselig in Konfigurationsdateien einarbeiten wollte.

Exkurs

Außer Plesk gibt es noch zahlreiche andere Oberflächen wie beispielsweise Confixx, Visas und Webmin. Viele Provider wie 1und1, Strato, Hetzner und andere benutzen Eigenentwicklungen. Plesk wird hier exemplarisch kurz angerissen, die Zusammenhänge in anderen Oberflächen sind ähnlich.

16.4.1 Wie installieren?

In der lokalen Umgebung hat Herr Bertrand den Joomla!-Webinstaller genutzt, um das Programm zu installieren. Dann hat er einen Vormittag lang Daten eingegeben und möchte jetzt bei der Installation seine Daten nicht verlieren. Es gibt mindestens zwei Möglichkeiten:

  • Er lädt alle Joomla!-Dateien per FTP auf den Server seines Providers, ändert per Hand die Konfigurationsdatei und importiert die Datenbank über phpMyAdmin.
  • Er lädt eine Joomla!-Datei per FTP auf den Server des Providers, installiert sie mit dem Joomla!-Installer und importiert dann die Daten der Datenbank über phpMyAdmin.

Herr Bertrand entscheidet sich für die erste Variante. Um mit der Installation starten zu können, benötigt er Zugangsdaten für FTP, MySQL und natürlich den Domainnamen.

In seiner Verwaltungsoberfläche findet er die folgenden Zugangsdaten:

FTP
  • Host: bertrand.cocoate.com
  • User: fusfusfus
  • Passwort: pwpwpw
MySQL
  • Host: localhost
  • User: dbusdbus
  • Passwort: pwpwpwp
  • Datenbank: dbdbdb

16.4.2 Installation von Joomla! beim Provider

Herr Bertrand startet sein FTP-Programm und gibt die notwendigen Daten ein. Das FTP-Programm hat er von seinem Provider kostenlos erhalten10.

FTP-Übertragung
Abbildung 16.54: FTP-Übertragung

Er überträgt seine bestehende Installation aus dem Unterverzeichnis c:\xampplite\ htdocs\bertrand per FTP in das Verzeichnis httpdocs auf dem Server seines Providers.

Die Datei configuration.php sichert er sich auf seinem PC und öffnet sie in einem Editor oder dem Programm WordPad.

Hier muss er ein paar Werte ändern, damit seine lokale Version auch auf dem Server läuft.

/* Database Settings */
...
var $host = 'localhost'; // normally set to localhost
var $user = '';         // MySQL username
var $password = '';     // MySQL password
var $db = '';           // MySQL database name

Nach der Änderung lädt er die Datei ebenfalls per FTP in das Verzeichnis httpdocs auf den Server und gibt ihr die Rechte chmod 0777. FTP-Programme können diesen Befehl ausführen und damit einem Verzeichnis und Dateien Zugriffsrechte zuweisen. Für die Verzeichnisse benötigt Joomla! mindestens chmod 755, für die Dateien reicht chmod 644 aus.

Siehe auch den Lesertipp bzgl. der Datei configuration.php von Oliver Gregortschek

16.4.3 Importieren der Daten

Um die Daten in die MySQL-Datenbank des Providers importieren zu können, müssen sie zunächst aus der lokalen XAMPP lite-Version exportiert werden. Herr Bertrand ruft im Browser http://localhost/phpmyadmin auf, wählt die bertrand-Datenbank aus und klickt auf den Reiter Exportieren.

Er klickt auf Alle auswählen, um alle Tabellen für den Export auszuwählen.

  • Im Bereich Struktur wählt er Struktur und Drop Table aus. Drop Table fügt einen zusätzlichen SQL-Befehl in die Export-Datei ein, der dafür sorgt, dass beim späteren Import der Daten eventuell vorhandene Tabellen mit gleichem Namen gelöscht werden. In seinem Fall ist das wichtig, da alle Tabellen durch die Web Installer-Installation vorhanden sind.
  • Im Bereich Daten wählt er Daten und Erweiterte Inserts aus.
  • Bei Kompression wählt Herr Bertrand den Radio-Button Zip-komprimiert, was die Übertragung etwas beschleunigen wird.
  • Er wählt Senden aus, um die Daten als Datei via Download zu erhalten.

Anschließend klickt er auf den Button OK (Abbildung 16.54), und eine Datei bertrand.sql.zip wird ihm zum Download angeboten (Abbildung 16.56).

Exportieren der Daten
Abbildung 16.55: Exportieren der Daten

kap17_0540_dbdatei
Abbildung 16.56: Herunterladen der Datei bertrand.sql.zip

In dieser Datei befinden sich alle Datenbankinhalte. Er speichert die Datei an einem Platz außerhalb des Joomla!-Verzeichnisses und entpackt sie, so dass er die Datei bertrand.sql erhält. In der Datei sind SQL-Befehle enthalten, die genau den Stand der Dinge in der lokalen Installation repräsentieren und die in einem anderem MySQL-System, der Reihe nach abgearbeitet, genau diesen Stand wiederherstellen.

Genau das will Herr Bertrand haben und ruft das phpMyAdmin auf dem Server seines Providers auf. Dort klickt er in seiner Datenbank (die coco_bertrand heißt) auf den Reiter Importieren. In der Maske klickt er auf den Button Durchsuchen und wählt die lokale bertrand.sql-Datei aus. Durch einen Klick auf den Button OK wird die Datei hochgeladen, die SQL-Befehle werden der Reihe nach ausgeführt, und seine Website auf dem Server des Providers ist jetzt eine Kopie seiner lokalen Version (Abbildung 16.57).

Importieren der SQL-Datei
Abbildung 16.57: Importieren der SQL-Datei

Die Website sollte jetzt auf dem Server zur Verfügung stehen. In diesem Fall unter http://bertrand.cocoate.com (Abbildung 16.57).

Website auf http://bertrand.cocoate.com
Abbildung 16.58: Website auf http://bertrand.cocoate.com

16.4.4 Datei- und Verzeichnisrechte

Um einen normalen Betrieb von Joomla! zu ermöglichen, müssen die Rechte der Verzeichnisse angepasst werden. Im Menü Hilfe - Systeminfo kontrolliert Herr Bertrand die Einstellungen (Abbildung 16.59).

Verzeichnisrechte
Abbildung 16.59: Verzeichnisrechte

Auf dem Server von Herrn Bertrands Provider läuft Linux. Unter Linux gibt es Benutzer und Benutzergruppen. Herr Bertrand hat einen Benutzer, und der Apache Webserver hat auch einen Benutzer. Je nach Konfiguration sind beide in einer Benutzergruppe oder in verschiedenen Benutzergruppen. Wenn sie in verschiedenen Benutzergruppen sind, müssen die Verzeichnisrechte auf chmod 0777 gesetzt werden.

In der Administration ändert Herr Bertrand noch das Passwort für die Exposé-Galerie. Es stand immer noch auf manager :-).

16.5 Suchmaschinen

10 Ein kostenloses FTP-Programm finden Sie unter http://www.filezilla.de/ und auf der beiliegenden CD.