Einleitung
Joomla 1.5 - Kapitel 1 ist online
Submitted by Hagen Graf on 7. December 2007 - 8:40Am Nikolaustag 2007 startete diese Website.
Im meinem Blog habe ich einen Eintrag zu diesem Joomla! 1.5 Projekt geschrieben (Joomla! 1.5 Buch, Joomla! News und Joomla! Seminare).
Gestern Nacht hatte ich Zeit, das erste Kapitel einzutragen.
Viel Spaß beim Lesen
Joomla 1.5 - bisher online
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Einleitung
Submitted by Hagen Graf on 10. November 2007 - 15:32Joomla! ist Leben!
Es ist ein Open Source-Projekt, das ständig in Bewegung ist. Es ist unberechenbar, manchmal unbeschreiblich, teilweise umstritten, ziemlich oft sehr sexy, hin wieder ein wenig verschlafen und provinziell. Trotzdem, oder gerade deswegen, ist es seit nunmehr zwei Jahren extrem erfolgreich und beliebt bei Millionen von Anwendern weltweit.
Es gibt eine stabile, weit verbreitete und beliebte Version 1.0.x. Seit zweieinhalb Jahren wird an der neuen Version Joomla! 1.5 geschraubt, gebastelt, erfunden, geändert, gestritten, gestrichen, erweitert und wieder geschraubt.
Drei wahrhaft aufregende Jahre seit der Gründung von Joomla! 2005 sind vergangen.
Das Joomla!-Team hat sich in diesen Jahren organisiert und gefestigt, es hat Joomla! 1.0.0 bis zur Version 1.0.14 weiterentwickelt und jetzt den bisher größten Entwicklungssprung auf Joomla! in der Version 1.5 vollzogen.
Für die Benutzer des Systems gilt das in ähnlichem Maße. Viele haben ihre Website von Mambo zu Joomla! gewechselt. Sehr viele Nutzer sind auch ganz neu in den letzten zwei Jahren dazugekommen, und es gibt immer noch Menschen auf der Welt, die das System nicht kennen.
Joomla! ist das am weitesten verbreitete Open Source Web Content Management System der Welt.
Im Herbst 2006, ein Jahr nach der Gründung des Projektes sprach das Entwicklerteam von etwa 5.000.000 Joomla!-Installationen auf öffentlichen Webservern, die mehr oder weniger regelmäßig genutzt werden. Es gab 45.000 registrierte Entwickler mit 1.100 Projekten, die Joomla! um weitere Funktionalitäten erweitern. Im Forum auf joomla.org existierten 450.000 Einträge von 50.000 Benutzern.
Zwei Jahre später sprechen wir über
mehr als 20.000.000 Installationen
28 Core Entwickler
weit über 3.000 Projekte, die Erweiterungen zu Joomla! bereitstellen
Im Forum von Joomla! gibt es jetzt über 1.000.000 (eine Million) Einträge und über 200.000 Benutzer.
Eine Steigerung um mehr als 100 %!
Die Bandbreite der Websites reicht von sehr einfachen Homepages bis hin zu komplexen Geschäftsanwendungen. Was Joomla! so erfolgreich macht und wie Sie es ebenfalls nutzen können,werde ich in diesem Buch beschreiben.
Das erste Buch zu Joomla! 1.0 entstand in Ausleben, einem kleinen Dorf in Sachsen- Anhalt. Dort gab (und gibt) es kein DSL, keine öffentlichen WLAN-Hotspots, kein UMTS, keine Großkonzerne und keinen Stadtlärm. Das Buch, das Sie jetzt in Händen halten, entstand in Fitou. Auch ein kleines Dorf, aber diesmal in Südfrankreich mit WLAN- Hotspots und ADSL. Es ist Realität, zu jeder Zeit online zu sein. Das beschleunigt den Alltag, was natürlich nicht immer positiv empfunden wird. Es macht im Gegenzug aber auch viele Dinge einfacher und möglich, die vorher mit doppelter Datenhaltung und ständigen Abgleichen sehr zeitaufwändig und fehleranfällig waren.
Wer bin ich?
Mein Name ist Hagen Graf, ich bin 44 Jahre alt, ich wohne in Fitou. Ich bin verheiratet mit einer Traumfrau, habe vier Töchter und führe seit August 2004 ein Blog1.
Meine Arbeit besteht aus Tätigkeiten wie Unterrichten, Beraten, Zuhören, Ausprobieren, Programmieren, Strukturen verstehen, neue Anwendungen entwickeln, Hinterfragen und immer wieder Ausprobieren.
Ich suche immer nach Berufsbezeichnungen, und in den letzten Jahren haben sich bei mir die Begriffe Knowledge Worker2 und Development Consultant eingebürgert.
Meine Arbeit lässt sich eigentlich komplett online erledigen. Da die Kunden aber doch oft Vorbehalte gegen 100% Online-Projekte haben, bin ich auch wochenlang unterwegs. Unterwegs heißt, Kunden in verschiedenen Ländern, mit verschiedenen Sprachen und Kulturen. Lange Auto-, Bus- oder Bahnfahrten. Kurze bis sehr kurze Reaktionszeiten auf E-Mail-Kundenanfragen.
Diese Art des Arbeitens hat Auswirkungen auf das, was ich früher mal Büro nannte.
War es vor 5 Jahren noch üblich, alle wichtigen Dinge lokal auf dem eigenen PC abzuspeichern, so bieten verschiedene Dienstleister inzwischen beinahe unerschöpflichen Festplattenplatz im Internet für diese Zwecke an. Firmen setzen Terminalserver ein, und die Bandbreite der Internetverbindungen steigt. Mittlerweile werden im privaten Bereich mehr Notebooks als Desktop Computer verkauft, und im Geschäftsleben ist die Tendenz stark steigend. Die Marktdurchdringung von mobilen Endgeräten mit Internetanbindung nimmt zu.
Oft arbeite ich an unterschiedlichen Geräten in unterschiedlichen Umgebungen. Mal draußen, mal drinnen. Das Endgerät, mit dem Sie und ich auf Informationen zugreifen, wird immer unwichtiger. Das, was sie wirklich brauchen, ist eine stabile, finanzierbare Internetverbindung über WLAN, UMTS, EDGE, Telefon oder Satellit, einen Browser, einen Bildschirm, auf dem Sie bequem lesen können, eine möglichst komfortable Tastatur und natürlich Elektrizität. Außerdem müssen Sie bei diesem vielfältigen Angebot immer genauer wissen, was Sie eigentlich erreichen wollen mit Ihrem Projekt!
Sie können von überall auf der Welt auf Ihren Fundus von E-Mails, Bildern und Dokumenten zugreifen. Ihr Büro befindet sich plötzlich dort, wo Sie sind.
Wie arbeiten Sie?
Womit Sie genau arbeiten, weiß ich natürlich nicht, aber viele Menschen, mit denen ich zu tun habe, arbeiten so ähnlich, wie ich das oben beschrieben habe. Manchmal sind sie in einer Firmenhierarchie „verheddert“, die gern so arbeiten würde, aber das aus verschiedenen Gründen nicht will. Ich benutze hier bewußt das Wort „will“ und nicht das Wort „kann“. Auch die Erfahrungen mit Computern ähneln sich vermutlich. Meistens fängt man mit einem älteren PC und einem Windows-System in der Schule an und lernt dann aus Erfahrung die harte Realität aus Office-Anwendungen, Datenverlusten, fehlendem Hauptspeicherplatz, Festplatten-, Drucker- und Konfigurationsabenteuern kennen. Die wundersamen Zusammenhänge zwischen diesen Dingen werden mit der benutzerorientierten Arbeitsweise des Web 2.0 nicht wirklich einfacher. Wenn Sie nicht gerade Ihre Liebe zu diesen Dingen entwickeln und mit Leidenschaft nachts an Ihrem Betriebssystem schrauben oder Ihre Fotos oder Musikstücke sortieren und von einem Gerät auf das nächste befördern, dann sind Sie vermutlich genau wie ich einfach nur glücklich, wenn Ihr Gerät und Ihre Anwendung funktionieren, Sie auf das Internet und Ihre Daten zugreifen und in Ruhe arbeiten können. Besonders wichtig ist dieses »Funktionieren«, wenn Sie einen »Home Office«-Arbeitsplatz Ihr Eigen nennen. Ihr Arbeitgeber spart Kosten für ein Büro, und Sie können flexibler arbeiten. Nicht funktionierende Soft- und Hardware können aber schnell einen Albtraum aus dieser Situation machen.
Wie ändert sich die Hard- und Software, die wir benutzen?
Parallel zu den beschriebenen Änderungen in Arbeitsabläufen wird natürlich Software entwickelt, die genau diese Art zu arbeiten unterstützt. Browserbasierte Anwendungen wie E-Mail-Services, Online-Banking, Gruppenkalender, Dokumenten Management Systeme, Communities, Dating Services, Online-Aukionen und natürlich die Web 2.0 Networking Plattformen werden immer komfortabler, ausgefeilter und benutzerfreundlicher.
Web 2.0 ist noch immer das Schlagwort. Die Versionsnummer tendiert durch die zunehmende Anzahl über Berichte aus virtuellen Welten und interessanten Startups in den Medien schon zu einer 3.0. Dienste wie Google Maps3 sind dabei, Navigationssysteme und die Brücke zu virtuellen Welten zu werden, Fotos werden bei flickr.com4 hinterlegt, Links auf Seiten wie del.ico.us5. Bei digg.com6 finden Sie, was der Mensch gerade so für interessant hält, und den Freundes- und Bekanntenkreis sowie zunehmend auch die geschäftlichen Kontakte verwaltet der moderne Mensch in Netzwerken wie facebook.com7. Der Online-Zustand wird über twitter.com8 symbolisiert.
Vor 11 Jahren sang der nun eher nicht vom Internet beeinflusste Udo Lindenberg in seinem Lied „Ich schwöre“ noch Folgendes:
„... mal bin ich Penner, und mal der Edelmann. Ich verkehre mit Präsidenten und Ganoven, doch wer kommt schon so richtig an mich 'ran? Der echte Klartext läuft nur, wenn wir zusammen sind ...“.
Genau diese verschiedenen Rollen und Kontakte, das wichtige „Zusammensein“ und vor allem der „Klartext“ werden immer virtualisierter und vernetzter.
All die oben beschriebenen Dienste können durch Schnittstellen miteinander interagieren und natürlich auf Ihrer eigenen Website integriert werden. Beispielsweise Immobilienanzeigen mit Ortsangabe9. Bei Unternehmen wie Twitter spielen die Zugriffe auf diese Schnittstellen eine erheblich größere Rolle als die eigentliche Website.
Mobiltelefone wachsen mit PDAs, MP3-Playern, Kameras und anderen mobilen Endgeräten zusammen. Seit der Markteinführung des iPhones10 werden diese Geräte ernsthaft wahrgenommen. Sie können heute auf Ihrem mobilen Gerät per Browser Internetseiten aufrufen, Formulare ausfüllen und abschicken, E-Mails senden und empfangen, Fotos aufnehmen und verschicken, Musik hören und vieles andere mehr.
Der stationäre PC wird immer kleiner, und Laptops werden immer selbstverständlicher. Weiterentwicklungen finden in erster Linie bei drahtlosen Verbindungstechniken, bei der Miniaturisierung von Bauteilen, der Speicherung von Daten ohne bewegliche Teile und der Lebensdauer und Leistungsfähigkeit von Akkus statt.
Was bedeutet das für Ihre Website?
In dieser Welt benötigt eine Firma, eine Institution, ein Verein, eine Organisation, ja, vermutlich bald jeder Mensch einen Internetauftritt, der benutzerfreundlich und flexibel ist. Der »mit der Zeit geht«, der »einfach über einen Browser zu verändern ist«, der »Ihren Aktenschrank und Ihr Adressbuch ersetzt«, der mit unterschiedlichen Endgeräten kommunizieren und der einfach erweitert werden kann.
Ihre Website ist der Platz, an dem Sie anderen erklären können, was Sie tun bzw. was Ihre Firma tut. Es ist der Platz, der 24 Stunden am Tag, 7 Tage in der Woche bereitsteht, um Kundenbeziehungen zu pflegen. Bei der momentanen Entwicklung wird Ihre Website vermutlich einem Hafen gleichen, der unterschiedlichste Anwendungen und Daten, die mit Ihnen und Ihrer Organisation zu tun haben, in einer sinnvollen Art zusammenfasst. Auch Ihre Website sollte Schnittstellen besitzen, damit sie von anderen Anwendungen genutzt werden kann.
Bis vor Kurzem war die Erstellung einer solchen Website eine schwierige Sache. Sie mussten zwar kein ausgewiesener Spezialist sein, aber eine gewisse Form von Durchhaltevermögen kombiniert mit Spaß am Thema waren notwendig, um ein ansprechendes Ergebnis zu erzeugen. Sie mussten statische HTML-Seiten in einem HTML-Editor erstellen und anschließend per File Transfer Protokoll auf einen Server laden. Um auch nur simpelste Interaktivitäten wie beispielsweise ein Kontaktformular oder ein Forum zu erstellen, mussten Sie eine Programmiersprache erlernen. Viele Menschen haben aus nachvollziehbaren Gründen diese Mühsal nicht auf sich genommen und die Erstellung ihrer Website entweder an eine Webagentur übergeben oder das Projekt gar nicht erst angefangen.
Doch Rettung naht, denn jetzt haben Sie mit diesem Buch schon mal Ihren Reiseführer durch die Welt eines der smartesten Website-Verwaltungssysteme der Welt:
Joomla!.
Worum geht es in diesem Buch?
Es geht in erster Linie natürlich um Joomla! und den Umgang damit. Joomla! ist ein Werkzeug mit extrem vielen Möglichkeiten, und abhängig von Ihren Vorstellungen und Wünschen ist es sehr variabel einsetzbar. Um Ihnen einen komfortablen Zugang zu diesem Werkzeug zu bieten, habe ich dem Buch folgende Struktur gegeben:
In Kapitel 1 lernen Sie Begriffe und Konventionen kennen, die hilfreich für den Umgang mit Joomla! sind.
In Kapitel 2 beschreibe ich die Installation von Joomla! in unterschiedlichen Umgbungen.
In Kapitel 3 erwartet Sie ein Überblick über die Strukturen der Beispieldaten, die Joomla! bei der Installation zur Verfügung stellt.
Die Kapitel 4 bis 11 befassen sich intensiv mit der Bedienung des Administrationsbereiches, der Konfiguration und der Inhaltsverwaltung.
In Kapitel 12 stelle ich Ihnen exemplarisch Erweiterungsmöglichkeiten von Joomla! vor.
Kapitel 13 befasst sich mit dem Design Ihrer Website und dem Erstellen eigener Templates.
Das Kapitel 14 wurde von Angie Radtke geschrieben. Sie ist die unbestrittene Spezialistin in Sachen barrierefreies Joomla! und hat gemeinsam mit Robert Deutz das barrierefreie Beez Template11 erstellt.
In Kapitel 15 lernen Sie, eigene Erweiterungen zu schreiben.
Als praktische Anwendungsmöglichkeit beschreibe ich in Kapitel 16 die Erstellung einer Website mit Joomla! von der Idee bis zur Realisierung.
In Kapitel 17 stelle ich Ihnen zwei Templates vor, die Sie auch auf der Buch-CD finden und für Ihre Website benutzen können.
In Anhang erfahren Sie interessante Details zu den Themen Update, Sicherheit und anderen wichtigen Dingen.
Was ist Joomla!?
Das Wort Joomla! ist ein von Jumla abgeleitetes Wort aus der afrikanischen Sprache Suaheli und bedeutet »alle zusammen«. Im September 2007 erhielt ich eine E-Mail von einem Leser, dass der Begriff eigentlich aus dem Arabischen kommt und von Suaheli nur übernommen wurde12.
Das Projekt Joomla! ist das zu Software gewordene Ergebnis einer heftigen Auseinandersetzung der im August 2005 gegründeten Mambo Foundation mit ihrem damaligen Entwicklerteam.
Joomla!13 ist eine Weiterentwicklung des erfolgreichen Systems Mambo14 und wie Mambo ein Stück Software, mit dem sich eine Website per Webbrowser einfach verwalten lässt.
Joomla! ist nach eigenen Angaben ein »Cutting Edge Content Management System« und eines der leistungsfähigsten Open Source Content Management Systeme auf der Welt. Es wird auf der ganzen Welt für einfache Homepages bis hin zu aufwändigen Unternehmens-Websites genutzt. Es ist einfach zu installieren, einfach zu verwalten und sehr verlässlich.
Was können Sie, nachdem Sie dieses Buch durchgearbeitet haben?
Sie werden auch als Anfänger in der Lage sein, Ihre eigene Joomla!-Website über einen Browser zu verwalten.
Wenn Ihnen HTML, CSS und Bildbearbeitung auf dem Computer nicht fremd sind, so werden Sie eigene Templates für Ihre Website gestalten können.
Wenn Sie die Programmiersprache PHP in ihren Grundzügen verstanden und schon erste Schritte damit gemacht haben, werden Sie eigene einfache Komponenten, Module und Plugins selbst entwickeln können.
Noch Fragen?
Nur zu!
Ich kann natürlich keinen E-Mail-Support für Ihre Fragen leisten. Dazu sind die Joomla!-Foren viel besser geeignet. Wenn Sie aber Anmerkungen oder Fragen zum Buch haben, schreiben Sie mir einfach!
Auch wenn die Antwort manchmal etwas länger dauert. :-)15
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