Benutzer

6.4 Konfiguration

Der Arbeitsbereich Konfiguration ermöglicht es, alle Einstellungen zu setzen, die für die gesamte Website gelten. Die Werte der Variablen werden in der Datei configuration.php gespeichert. In dieser Datei stehen beispielsweise lebenswichtige Dinge wie die Zugangsdaten zum Datenbankserver, aber auch eher „kleinere“ Parameter wie die voreingestellte Listenlänge bei Listanzeige. Der Arbeitsbereich selbst ist aufgeteilt in drei Karteireiter (Abbildung 6.11).

  • Site

  • System

  • Server

Site

Der Bereich Site ist nochmals optisch unterteilt in drei Bereiche:

  • Site

  • Metadaten

  • SEO

Konfiguration - Site - Site
Abbildung 6.11: Konfiguration - Site - Site

Site Offline: Wenn Sie beispielsweise Änderungen an Ihrer Website vornehmen und ihre Benutzer darauf hinweisen wollen, können Sie hier das entsprechende Verhalten »einschalten«.

Offline-Nachricht: Der hier eingegebene Text wird auf Ihrer Website im oberen Bereich angezeigt, wenn sie »offline« ist. Probieren Sie es mal aus. Stellen Sie Site Offline auf Ja, klicken Sie auf das Icon Anwenden und rufen Sie dann die Website auf. Die Website ist nicht mehr erreichbar. Für den Administratorbereich berechtigte Benutzer (Rechte > Manager) können sich jedoch noch einloggen (Abbildung 6.12).

Wartungsmeldung auf der Website
Abbildung 6.12: Wartungsmeldung auf der Website

Site-Name: Der Name der Seite, den Sie bei der Installation eingegeben haben. Er taucht beispielsweise in der Kopfzeile des Browsers wieder auf, als Absender von System-E-Mails, auf dem Newsfeed und an verschiedenen anderen Stellen, die mit der leichten Erkennung Ihrer Website zu tun haben.

Standard-WYSIWYG-Editor: WYSIWYG ist die Abkürzung für What you see is what you get oder (wie böse Zungen behaupten, sehr viel näher an der Realität) Du hast es so gewollt, da hast du es! Der Begriff stammt aus den Anfängen grafischer Benutzeroberflächen, als es erstmals möglich war, Texte in einer Textverarbeitung zu schreiben und beim Schreiben zu sehen, wie das fertige Ergebnis nach dem Druck aussehen wird. Heute geht es weniger um das Drucken, sondern mehr um die Darstellung auf Ihrer Website.

WYSIWYG-Editor TinyMCE
Abbildung 6.13: WYSIWYG-Editor TinyMCE

Im Internet füllen Sie normalerweise Formulare aus ohne die Möglichkeit einer Formatierung. Die Formatierung erfolgt über HTML-Tags oder programmspezifische Kürzel. Ein WYSIWYG-Editor ist komfortabler, da Sie hier wie in einer Textverarbeitung nur auf die entsprechenden Icons klicken müssen. In den Textfeldern, in denen Formatierungen benötigt werden, wird dieser Editor automatisch eingeblendet (Abbildung 6.13). Er funktioniert unter allen gängigen, aktuellen Browsern. Joomla! bietet die Möglichkeit, auch andere HTML-Editoren einzubinden wie beispielsweise XStandard lite (siehe Kapitel 6.2.3).

Standardmäßig wird momentan der Editor TinyMCE benutzt5.

Listenlänge: Auf Ihrer Website tauchen immer wieder Listen auf, beispielsweise News und Links. Hier stellen Sie ein, wie viele Einträge eine Liste standardmäßig haben soll.

Metadaten

In diesen Bereich finden Sie die Einstellungen der Metadaten (Abbildung 6.14).

Konfiguration – Site – Metadaten
Abbildung 6.14: Konfiguration – Site – Metadaten

Metadaten sind Daten über Daten, also beispielsweise eine Beschreibung Ihrer Website. Metadaten spielen bei Suchmaschinen eine Rolle und sind im XHTML-Standard beschrieben. Wie groß die wirkliche Rolle der Metadaten beispielsweise beim Ranking in Suchmaschinen ist, ist umstritten. Trotzdem stellen Metadaten einen guten Weg dar, in kurzen und klaren Worten Ihre Website zu beschreiben. Wenn Sie in den HTML-Quellcode einer Joomla!-Seite schauen, sehen Sie im oberen Bereich die folgenden Metatags:

<meta http-equiv="Content-Type" content="text/html; charset=utf-8" />
<meta name="robots" content="index, follow" />
<meta name="keywords" content="joomla, joomla!, Joomla, Joomla!, J!" />
<meta name="description" content="Joomla! - 
dynamische Portal-Engine und Content-Management-System" />
<meta name="generator" content="Joomla! 1.5 - Open Source Content Management" />

Globale Site Meta Beschreibung: Diese Beschreibung des Seiteninhaltes wird bei der Anzeige von Suchmaschinenergebnissen oft ausgegeben. Diesem Tag sollte man daher besondere Aufmerksamkeit schenken, denn anhand dieser Information entscheidet der Suchende oft, ob er Ihre Seite besucht oder nicht. Sie können weitere Beschreibungen auf jeder Inhaltsseite individuell zur globalen Beschreibung hinzufügen.

Globale Site Meta Schlüsselwörter: Schlüsselwörter oder Keywords sind die zentralen Bedeutungen eines Dokuments. Sie sollten hier die wichtigsten Begriffe Ihrer Website auflisten. Manche Suchmaschinen suchen besonders in den Keywords. Die einzelnen Wörter werden durch Kommata getrennt, mehrere Wörter lassen sich zwischen zwei Kommata mit normalen Leerzeichen eintragen. Die Schlüsselwörter sollten auf max. 1.000 Zeichen begrenzt werden, mehr werden nicht ausgelesen. Beachten Sie, dass die Verwendung weniger Schlüsselbegriffe dem einzelnen Begriff zu einer höheren Wertigkeit in der Suchmaschine verhelfen kann. Überlegen Sie, welche die meistgebrauchten Schlüsselwörter sind und nach welchen am ehesten gesucht wird6. Sie können weitere Schlüsselwörter auf jeder Inhaltsseite individuell zu den globalen Schlüsselwörtern hinzufügen.

Zeige Titel Meta Tag: Bei einzelnen Inhaltsseiten wird der Inhaltstitel als Metatag eingeblendet, beispielsweise <meta name="title" content="Welcome to Joomla!" />.

Zeige Autor Meta Tag: Bei einzelnen Inhaltsseiten wird der Name des Autors als Metatag angezeigt, beispielsweise <meta name="author" content="Administrator" />.

SEO (Search Engine Optimization)

In diesem Bereich geht es um suchmaschinenfreundliche URLs (Abbildung 6.15).

Konfiguration – Site – SEO
Abbildung 6.15: Konfiguration – Site – SEO

Normalerweise sieht eine URL von Joomla! etwa so aus:

http://www.example.com/joomla150/index.php?option=com_contact&Itemid=3

Solche URLs werden von Suchmaschinen normalerweise nicht gespeichert, weil die Suchmaschine davon ausgeht, dass sich der Inhalt dynamisch aufbaut und vermutlich bald ändert.

Suchmaschinenfreundliche URLs: Mit diesem Schalter können Sie aus einer dynamischen URL eine suchmaschinenfreundliche URL machen. Wenn Sie den Schalter auf Ja stellen, sollte der Link etwa so aussehen:

http://localhost/joomla150/Kontakt

mod_rewrite nutzen: Mit diesem Schalter aktivieren Sie das Modul mod_rewrite. Das Prinzip beruht auf einer Funktion des Apache Webservers. Mit seiner Rewrite Engine kann er URLs beliebig manipulieren. Außer dem Schalter müssen Sie auch noch die Datei htaccess.txt im Joomla!-Verzeichnis in .htaccess umbenennen. Unter Windows ist eine solche Umbenennung nur mit bestimmten Programmen wie beispielsweise dem Editor Ultraedit7 oder in der Kommandozeile mit dem Befehl

rename htaccess.txt .htaccess

möglich. Unter Linux funktioniert die Umbenennung problemlos, die Datei wird aber anschließend meist nicht mehr in Ihrem FTP-Client angezeigt (abhängig von der Serverkonfiguration). Außerdem kann es sein, dass der Provider .htaccess-Dateien nicht zulässt, da sie ein Sicherheitsrisiko für den Webserver darstellen können.

Exkurs

Um auch unter Windows mit XAMPP in den Genuss von suchmaschinenfreundlichen URLs zu kommen, müssen Sie die Datei

[LW]:\xampplite\apache\conf\httpd.conf

editieren. Öffnen Sie die Datei unter Windows mit einem Programmiereditor oder mit WordPad und suchen Sie nach der Zeile

#LoadModule rewrite_module modules/mod_rewrite.so

entfernen Sie das Doppelkreuz vor

LoadModule rewrite_module modules/mod_rewrite.so

und speichern Sie die Datei. Danach starten Sie den Apache Webserver über das XAMPP lite Control Panel neu. Jetzt sollten die suchmaschinenfreundlichen Links funktionieren.

Suffix an URLs anhängen: Hier wird an die URL nach einer Dateierweiterung ein .html angehängt, damit die Seite aussieht wie eine HTML-Seite. Der Effekt auf Suchmaschinen ist jedoch umstritten.

System

Konfiguration – System – System
Abbildung 6.16: Konfiguration – System – System

Geheimes Wort: Bei der Installation von Joomla! wird hier eine Zufallsfolge von Zeichen erzeugt, bei der es sich um eine Art Stempel handelt. Dieses geheime Wort wird im Zusammenhang mit der XML-RPC-Schnittstelle gebraucht. Damit soll in Zukunft sichergestellt werden, dass nur registrierte bzw. autorisierte Remote-Systeme über diese Schnittstelle zugreifen dürfen.

Pfad zum Protokoll-Ordner: Wenn Sie die Joomla!-Protokollierung nutzen wollen, müssen Sie natürlich einen Pfad angeben. Der Pfad wird standardmäßig vorgegeben und kann hier geändert werden. Der Pfad sollte außerhalb des öffentlich zugänglichen Pfades liegen, also außerhalb Ihres Dokumentenverzeichnisses htdocs.

Web-Services aktivieren: Joomla! ist standardmäßig mit einer xmprpc-Schnittstelle ausgerüstet. Diese Schnittstelle stellt Services bereit, die hier aktiviert und deaktiviert werden können. Ausgehende XML-RPC-Verbindungen sind davon nicht betroffen, nur eingehende!

Hilfeserver: An dieser Stelle legen Sie den Standardhilfeserver fest. Sie können für jedes Benutzerkonto einen anderen Hilfeserver konfigurieren.

Exkurs

Es ist auch möglich, einen lokalen Hilfeserver anzusprechen. Auf diesem lokalen Hilfeserver müssen die Hilfetexte in der gewünschten Sprache (in unserem Fall Deutsch de-DE) im Verzeichnis C:\xampplite\ htdocs\Joomla150\administrator\help\de-DE abgelegt sein. Momentan gibt es keine automatische Installation dieser Hilfetexte. Die Texte an sich werden vom deutschen Übersetzungsteam erstellt.

Benutzer

In diesem Bereich finden Sie globale Einstellungen für die Benutzerkonten (Abbildung 6.17).

Konfiguration – System – Benutzer
Abbildung 6.17: Konfiguration – System – Benutzer

Registrierung erlauben: Hier können Sie wählen, ob Sie eine eigene Registrierung von Benutzern zulassen wollen oder nicht. Wenn Sie beispielsweise eine Firmen-Website betreiben, könnten Sie Ihren Mitarbeitern ein Benutzerkonto anlegen, es aber verbieten, dass sich Besucher der Website selbst ein Konto erstellen. Bei einer Community-Website ist es dagegen erwünscht, dass sich die Benutzer selbst anmelden.

Benutzergruppe neuer registrierter Benutzer: Hier können Sie festlegen, welche Benutzergruppe bei der Registrierung dem Benutzer zugeordnet wird. Die Bedeutung der Benutzergruppen finden Sie in Tabelle 6.1 und Tabelle 6.2.

Kontoaktivierung neuer Benutzer: Um eine gewisse Sicherheit vor Programmen zu bieten, die automatisiert auf Ihrer Seite 20.000 Benutzerkonten anlegen, können Sie eine separate Aktivierung verlangen. Der Benutzer erhält nach seiner Registrierung einmalig eine E-Mail an die von ihm angegebene Adresse. In dieser E-Mail befindet sich ein Link zum Freischalten des Kontos. Nach der Freischaltung kann er sich normal anmelden.

Parameter im Frontend: Hier können Sie festlegen, ob die Benutzer ihre Sprach- und Zeitzonen-Einstellungen selbst vornehmen dürfen (Abbildung 6.18).

Frontend - Eigenes Benutzerkonto
Abbildung 6.18: Frontend - Eigenes Benutzerkonto

Medien

Hier konfigurieren Sie die Parameter für den Medienbereich. Sie können erlaubte Erweiterungen für die hochzuladenden Dateien sowie Pfade angeben, in denen diese Dateien abgespeichert werden (Abbildung 6.19).

Konfiguration – System – Medien
Abbildung 6.19: Konfiguration – System – Medien

Außer den Dateiendungen können Sie auch MIME-Typen8 angeben. Das ist hilfreich, weil dadurch der Inhalt der Dateien auf einer sichereren Basis überprüft werden kann. Falls die benötigten Module in Ihrem Apache Webserver nicht freigeschaltet sind, können Sie mit dem Schalter Uploads einschränken dafür sorgen, das normale Frontend-Benutzer nur Bilder hochladen können.

Die maximale Größe können Sie bis zur von PHP vorgegebenen Maximalgröße (siehe nachfolgender Hinweis) ebenfalls hier angeben.

Exkurs

Die maximale Upload-Größe pro Datei ist letztlich abhängig von der PHP-Konfiguration Ihres Providers. In meinem Fall sind es 16 Mbyte. Größere Dateien müssten Sie per FTP hochladen oder den upload-Wert in der Konfigurationsdatei php.ini entsprechend ändern.

Debug

Wenn Programmierer Fehler suchen, sprechen sie von Debuggen. Diese Bezeichnung ist historisch gewachsen. Ein Bug ist ein Käfer, und vor 50 Jahren waren es tatsächlich Käfer, die es sich an den warmen Röhren eines Computers gemütlich machten und hin und wieder für Kurzschlüsse sorgten. Debugging – Käfer entfernen – war damals also wörtlich zu nehmen. Heute geht es um Fehler in Software-Programmen, beispielsweise um eine nicht funktionierende Datenbankabfrage.

Konfiguration – System – Debug
Abbildung 6.20: Konfiguration – System – Debug

Debug System: Nach dem Einschalten dieser Funktion werden unterhalb der Website die Datenbankabfragen angezeigt. Um eine Seite von Joomla! zu erzeugen, sind in diesem Fall 24 Datenbankabfragen notwendig (Abbildung 6.21).

Debug Sprache: Hier beziehen sich die Debug-Meldungen auf die Sprach-Strings. Angezeigt werden die angesprochenen Sprachdateien.

Debug Mode mit Datenbankabfragen
Abbildung 6.21: Debug Mode mit Datenbankabfragen

Damit Sie nicht vergessen, dass Sie sich im Debug-Modus befinden, werden vor und hinter allen Bezeichnungen dicke schwarze Markierungen angezeigt (Abbildung 6.22).

Markierungen im Debug-Modus
Abbildung 6.22: Markierungen im Debug-Modus

Cache

Unter einem Cache versteht man einen Zwischenspeicher. Ihr Browser hat beispielsweise einen Bildercache, um einmal geladene Bilder aus dem Internet schneller bereitstellen zu können.

Joomla! benutzt einen ähnlichen Mechanismus auf dem Server, um die durch PHP generierten Seiten zwischenzuspeichern. Bei sehr stark frequentierten Seiten kann diese Funktion die Antwortzeiten stark verringern (Abbildung 6.23).

Konfiguration – System – Cache
Abbildung 6.23: Konfiguration – System – Cache

Cache: Hier schalten Sie den Cache ein und aus.

Zeit: Hier geben Sie die Zeit in Minuten an, die vergehen muss, bis ein Inhalt aus dem Zwischenspeicher erneuert wird.

Cache-Handler: Hier geben Sie an, ob der Cache Datei- oder Datenbank-basiert sein soll (momentan ist nur der Dateicache implementiert).

Session

Konfiguration – System – Session
Abbildung 6.24: Konfiguration – System – Session

Session-Laufzeit: Wenn Sie sich als Benutzer anmelden, erzeugen Sie eine so genannte Session. Wenn Sie sich nicht abmelden, so wird diese Session nach der hier eingestellten Anzahl von Sekunden gelöscht.

Session-Handler: Hier geben Sie an, ob die Session Datei- oder Datenbank-basiert sein soll. Bei stark frequentierten Websites ist die datenbankbasierte Methode erheblich schneller als die dateibasierte Methode.

Server

In diesem Reiter werden die technischen Daten der Serverumgebung konfiguriert.

Server

Konfiguration – System - Server
Abbildung 6.25: Konfiguration – System - Server

Pfad zum Temp-Ordner: Joomla! erzeugt beispielsweise bei einem Upload temporäre Dateien. Diese müssen irgendwo zwischengespeichert werden, und hier können Sie festlegen, wo.

GZIP-Seitenkompression: Hier können Sie eine Komprimierung der Seiten einschalten. Wenn Browser und Webserver diese Funktion unterstützen, werden die Seiten im ZIP-Format ausgeliefert und im Client-Browser wieder entpackt. Gerade bei langsamen Internetleitungen kann dadurch der Seitenaufbau erheblich schneller vonstatten gehen. Für Server mit hoher Last sollte man diese Option aber nur einschalten, wenn die entsprechenden GZIP-Bibliotheken im Server direkt eingebunden sind. Je nach Serverkonfiguration kann es sogar sein, dass der Server ohne diese Option insgesamt schneller ist!

Fehler berichten: Mit diesen Schaltern werden die PHP-eigenen Fehlerreportmechanismen aktiviert. Dabei wird kein Fehlerprotokoll in eine Datei ausgegeben zwecks späterer Auswertung, sondern die Meldungen erscheinen direkt im Browser!

Option

Beschreibung

System Standard

Hier wird die Einstellung aus der Konfigurationsdatei php.ini übernommen.

Keine

Fehler werden nicht protokolliert. Diese Einstellung wird für produktive Sites empfohlen, da so einem Angreifer keine möglichen Angriffspunkte gezeigt werden.

Einfach

Fehler und Warnungen werden protokolliert. Diese Einstellung entspricht dem Parameter

error_reporting (E_ERROR|E_WARNING|E_PARSE).

Maximum

Fehler, Warnungen und Hinweise werden protokolliert. Diese
Einstellung entspricht dem Parameter

error_reporting (E_ALL).

Tabelle 6.4:  Fehlerbericht Kategorien

Zeitzone

Konfiguration – Server – Zeitzone
Abbildung 6.26: Konfiguration – Server – Zeitzone

Zeitzone: Diese Einstellung kann benutzt werden, um die Zeit anzuzeigen, unter der Ihre Website läuft. Das ist praktisch, wenn beispielsweise der Server, auf dem Joomla! läuft, in den USA steht, die Website aber für Besucher in Deutschland gedacht ist. Die Basis für die Berechnung der Zeit ist UTC9.

FTP

Das File Transfer Protocol (FTP) wird benutzt, um Probleme mit den Sicherheitsein­stellungen bei Providern zu umgehen. Sollte es verboten sein, Dateien per PHP hochzuladen, wird auf die FTP-Methode ausgewichen. Tragen Sie hier Ihre Zugangsdaten zum FTP-Server Ihres Providers ein. Das Feld FTP Root verdient eine besondere Erwähnung. Abhängig vom Provider werden Sie nach Ihrer FTP-Anmeldung auf ein bestimmtes Verzeichnis gelinkt. Hier müssen Sie den Pfad Ihrer Joomla!-Installation relativ zum Einstiegspunkt der FTP-Verbindung angeben, beispielsweise /htdocs/joomla150 (Abbildung 6.27).

Konfiguration – Server – FTP
Abbildung 6.27: Konfiguration – Server – FTP

Datenbank

Hier können Sie die Parameter für Ihre Datenbank ändern. Denken Sie daran, dass Sie Joomla! unbrauchbar machen können, wenn Sie hier einen Schreibfehler eintragen. Sie können dann nicht mehr auf Ihr Backend zugreifen (Abbildung 6.28).

Konfiguration -Server - Datenbank
Abbildung 6.28: Konfiguration -Server - Datenbank

Wenn so etwas passiert, können Sie mit einem Texteditor die Datei configuration.php bearbeiten. Alle Einstellungen, die Sie im Menü Site - Konfiguration machen, werden in Variablen in der Datei configuration.php abgespeichert.

Listing 6.1: configuration.php

<?php
class JConfig {
var $dbtype = 'mysql';
var $host = 'localhost';
var $user = 'root';
var $password = '';
var $db = 'joomla150';
var $dbprefix = 'jos_';
// …
// viele weitere Variablen
// ---
}
?>

Mailing

Hier können Sie über die Art und Weise des Joomla!-E-Mail-Versands entscheiden.

Konfiguration - Server - Mailing
Abbildung 6.29: Konfiguration - Server - Mailing

Mailer: Hier können Sie wählen, ob Sie die eingebaute Mail-Funktion von PHP, das Programm sendmail oder ein anderes E-Mail-Konto, beispielsweise bei Yahoo!, Google oder GMX, nutzen wollen.

Mail von (Adresse): Diese E-Mail-Adresse wird als Absender bei automatisch von Joomla! generierten Mails eingetragen.

Von Name: Dieser Name wird als Absender bei automatisch von Joomla! generierten Mails angegeben.

Sendmail-Pfad: Falls Sie anstelle der PHP-Mail-Funktion das auf vermutlich allen Linux-Servern verfügbare Programm sendmail benutzen wollen, müssen Sie hier den Pfad zum Programm eingeben.

SMTP-Auth: Wählen Sie, ob Sie einen externen Mailserver (Yahoo!, GMX, eigener Server) benutzen wollen.

SMTP-User: Ihr Benutzername bei diesem E-Mail-Provider

SMTP-Passwort: Ihr Passwort bei diesem E-Mail-Provider

SMTP-Host: Der SMTP-Server dieses E-Mail-Providers

Abmelden

Durch einen Klick auf diesen Menüpunkt melden Sie sich im Backend ab und gelangen automatisch auf das Frontend.

 

6.2 Benutzer

Benutzer spielen auf Ihrer Joomla!-Seite eine ganz besondere Rolle. Sie können beliebig viele Benutzer anlegen, und diese Benutzer können abhängig von ihren Rechten selbst Inhalte erstellen und/oder für bestimmte Benutzer erstellte Inhalte sehen.

Momentan sind Sie der einzige Benutzer, den die Joomla!-Administration kennt. Ihr Name ist admin. Sie dürfen alles in Ihrer Joomla!-Installation bearbeiten. Wenn Sie eine Benutzerregistrierung auf Ihrer Website erlauben (siehe Kapitel 6.4), werden es vermutlich schnell mehr Benutzer werden.

Im Arbeitsbereich Benutzer (Abbildung 6.2) können Sie die Benutzer ändern, löschen, ihnen verschiedene Rechte zuweisen und natürlich auch neue Benutzerkonten anlegen.

Site – Benutzer
Abbildung 6.2: Site – Benutzer

Auf der Übersichtsliste sehen Sie die wichtigen Informationen über einen Benutzer. Den echten Namen des Benutzers (Administrator), den Benutzernamen (admin), ob der Benutzer gerade eingeloggt ist (symbolisiert mit einem grünen Haken), ob der Benutzer aktiviert ist, die Gruppenzuordnung des Benutzers (Super Administrator), seine E-Mail-Adresse und das Datum seines letzten Besuchs auf Ihrer Website. Diese Angabe bezieht sich auf Anmeldungen im Frontend und im Backend. Als letzte Angabe finden Sie noch die Nummer, unter der dieses Benutzerkonto in der Datenbank geführt wird, die ID (62).

Im Filterbereich können Sie die Anzeige nach Benutzergruppen und Anmeldestatus filtern. Im Suchfeld auf der linken Seite können Sie mit Teilen des Benutzernamens nach Benutzerkonten suchen.

In der Werkzeugleiste im Benutzerbereich haben Sie die Wahl zwischen den Dialogen Abmelden, Löschen, Bearbeiten, Neu und Hilfe. Sie können Aktionen auf mehrere Benutzer gleichzeitig beziehen, beispielsweise Löschen. Dazu klicken Sie die Checkboxen an der linken Seite an oder die oberste Checkbox, um alle Benutzer in der Liste auszuwählen. Anschließend klicken Sie auf das Icon Bearbeiten.

Icon Benutzer abmelden

Diese Funktion ist nützlich, wenn Sie einen eingeloggten Benutzer »rauswerfen« wollen. Als Notbremse kann diese Funktionalität hilfreich sein.

Icon Benutzer löschen

Hier können Sie ein oder mehrere per Checkbox ausgewählte Benutzerkonten löschen.

Icon Benutzer bearbeiten

Hier können Sie einen einzelnen Benutzer bearbeiten. Nehmen wir als Beispiel das Administratorkonto. Klicken Sie auf den Link Administrator oder kreuzen Sie die Checkbox an und klicken auf das Icon Bearbeiten (Abbildung 6.3).

Menü Site - Benutzer - Bearbeiten
Abbildung 6.3: Menü Site - Benutzer - Bearbeiten

Es gibt drei Bereiche:

  • Benutzerdetails

  • Parameter

  • Kontakt-Informationen

Benutzerdetails

Name: Der echte Name des Benutzers (hier Administrator).

Benutzername: Benutzernamen dienen zur Identifizierung beim Anmeldevorgang und sind unabhängig vom echten Namen. Sie sollten kurz und einprägsam sein. Beispielsweise könnte aus Hagen Graf als Benutzername hgraf werden. Joomla! lässt auch Leerzeichen, Sonderzeichen und alle anderen gültigen Unicode-Zeichen im Benutzernamen zu. Denken Sie aber daran, dass Sie unter Umständen mal an einer Tastatur sitzen, die diese Sonderzeichen nicht unterstützt. Wie melden Sie sich dann an?

E-Mail: Die gültige E-Mail-Adresse des Benutzers.

Passwort: Das Passwort des Benutzerkontos muss zweimal zur Überprüfung eingegeben werden. Wenn Sie hier nichts eingeben, bleibt Ihr altes Passwort erhalten. Das Passwort muss mindestens sechs Zeichen lang sein.

Benutzergruppe: Jeder Benutzer gehört zu einer Gruppe mit bestimmten Rechten. Die Gruppenzugehörigkeit teilt sich in zwei große Bereiche. Benutzer, die sich nur auf Ihrer Website (Public Frontend) anmelden dürfen (Tabelle 6.1), und Benutzer, die sich in der Joomla!-Administration (Public Backend) anmelden dürfen (Tabelle 6.2). Alle Inhalte in Joomla! können diesen Gruppen zugeordnet werden.

Gruppe

Rechte

Registered

Ein registrierter Benutzer darf sich einloggen und Teile der Seite sehen, die ein Besucher nicht sehen darf.

Author

Darf alles, was ein registrierter Benutzer darf. Zusätzlich darf ein Autor Nachrichten schreiben und seine eigenen Nachrichten ändern. Dazu wird in das Benutzermenü normalerweise ein Link positioniert.

Editor

Darf alles, was ein Autor darf. Ein Editor darf Nachrichten schreiben und jede Nachricht, die im Frontend erscheint, ändern.

Publisher

Darf alles, was ein Editor darf. Ein Publisher darf Nachrichten schreiben und jede Nachricht, die im Frontend erscheint, ändern. Außerdem darf er darüber entscheiden, ob Nachrichten veröffentlicht werden oder nicht.

Tabelle 6.1:  Frontend-Benutzergruppen

Gruppe

Rechte

Manager

Ein Manager darf Inhalte erzeugen und verschiedene ­Informationen über das System sehen. Er darf nicht:

  • Benutzer verwalten

  • Module und Komponenten installieren

  • Einen Benutzer zum Super Administrator machen oder
    Super Administratoren ändern

  • Den Menüpunkt Site - Konfiguration bearbeiten

  • Eine Rundmail an alle Benutzer versenden

  • Templates und Sprachdateien ändern und installieren

Administrator

Ein Administrator darf nicht:

  • Einen Benutzer zum Super Administrator machen oder
    Super Administratoren ändern

  • Den Menüpunkt Site - Konfiguration bearbeiten

  • Eine Rundmail an alle Benutzer versenden

  • Templates und Sprachdateien ändern und installieren

Super
Administrator

Ein Super Administrator darf alle Funktionen in der Joomla!-Administration ausführen. Nur ein Super Administrator kann einen anderen Super Administrator anlegen.

Tabelle 6.2:  Backend-Benutzergruppen

Im Bereich Benutzerdetails können Sie weiterhin bestimmen, ob der Benutzer E-Mails vom System erhalten soll oder nicht.

Sie sehen das Datum der Registrierung des Benutzers und das Datum seines letzten erfolgreichen Anmeldevorgangs.

Exkurs

Special Users – Im weiteren Verlauf werden uns bei der Rechtevergabe Special User begegnen. Ein Special User ist jeder Benutzer, der mehr Rechte als ein Manager hat. Momentan ist es nicht möglich, eigene Benutzergruppen in Joomla! anzulegen, und so hilft die Gruppe Special User dabei, Inhaltselemente auf diese Gruppe zu beschränken. Das kann sehr hilfreich sein, wenn Sie beispielsweise Links zu firmeninternen Inhalten nur für die Special User einblenden wollen. Die Bearbeitung und Erweiterung dieser Gruppen war ursprünglich bereits für die Version Joomla! 1.5.0 vorgesehen, ist jedoch jetzt auf der Roadmap für die nächste Version gelandet, und ein Google Summer of Code-Projekt arbeitet daran. Vielleicht ist das Feature schon implementiert, wenn Sie dieses Buch lesen.

Parameter

Der Bereich Parameter beinhaltet Schalter für die Sprache für den Benutzer. Sie können auch den Editor auswählen, der bei diesem Benutzer eingeblendet wird, und den Hilfeserver in einer Sprache nach Wahl.

Durch die Möglichkeit, in Joomla! 1.5 Frontend und Backend in verschiedenen Sprachen zu betreiben, kann es sein, dass Sie gemischtsprachige Administratorenkonten haben. Sie können im Feld Site Sprache und Admin Sprache aus den verfügbaren Sprachen die für dieses Benutzerkonto gültigen Sprachen wählen.

Ebenso können Sie mit den Editoren verfahren. Um Texte komfortabel bearbeiten zu können, ist in Joomla! 1.5 der WYSIWYG-Editor TinyMCE im Lieferumfang1 enthalten (Abbildung 6.4).

TinyMCE Editor
Abbildung 6.4: TinyMCE Editor

Für den TinyMCE Editor gibt es eine kostenpflichtige Datei- und Bilderverwaltung als Download auf der Hersteller-Website. Außer dem TinyMCE gibt es zahlreiche andere Editoren, die in Joomla! verwendet werden können. Als Beispiele seien hier JCE2 und FCKEditor3 genannt. Für sauberen XHTML-Code besteht die Möglichkeit, den Freeware Editor XStandard-lite zu benutzen4. Es handelt sich um einen sehr leistungsfähigen WYSIWYG-Editor, der valides XHTML ausgibt und über umfangreiche Integrationsoptionen verfügt. Der eigentliche Editor ist allerdings nicht in Joomla! dabei, sondern muss separat von der Seite des Herstellers geladen werden. Es gibt eine kostenlose lite Version und kostenpflichtige Pro Version. Der Browser Firefox bemerkt die Umstellung und lädt bei Bedarf den Editor als Plugin nach. Nach der Installation des Editors und der Auswahl für das Benutzerkonto wird er in den entsprechenden Bearbeitungsfeldern eingeblendet (Abbildung 6.5).

kap06_0050_xstandard
Abbildung 6.5: XStandard XHTML Editor

Im Parameterbereich können Sie auch eine individuelle Hilfe Site aus einer Liste aus­wählen. Durch die große Verbreitung von Joomla! gibt es mittlerweile zahlreiche lokalisierte Hilfeserver (siehe auch Kapitel 5.2).

Kontakt-Informationen

Der Bereich Kontakt-Informationen schließlich gibt Auskunft über evtl. Kontaktformulare, die mit diesem Benutzer verbunden sind. Joomla! besitzt eine Kompo­nente, die es erlaubt, individualisierte Kontaktformulare zu erzeugen (siehe Kapitel 9.2 oder Komponenten - Kontakt - Kontakte verwalten).

Durch einen Klick auf das Icon Speichern können Sie Ihre Änderungen speichern und den Dialog verlassen. Ein Klick auf das Icon Anwenden speichert Ihre Änderun­gen, bleibt aber in der Bearbeitungsmaske.

Icon Neuer Benutzer

Nachdem Sie nun Ihre ersten Änderungen vorgenommen haben, legen Sie sich jetzt ein Benutzerkonto mit Ihrem Namen an. Ordnen Sie den Benutzer in die Gruppe der registrierten Benutzer ein und versehen Sie ihn mit Parametern nach Wahl. Mein Benutzer heißt Hagen Graf, der Benutzername ist hgraf, er ist momentan nicht angemeldet (aber bereits aktiviert), befindet sich in der Benutzergruppe Registered und hat die ID 63. Es kommt zu einer Fehlermeldung, weil die Begrüßungs-E-Mail nicht verschickt werden konnte. Weil wir lokal arbeiten und keinen Mailserver konfiguriert haben, kann der PHP Interpreter keine E-Mail verschicken. (Abbildung 6.6).

Benutzer – Neuer Benutzer
Abbildung 6.6: Benutzer – Neuer Benutzer

Der neue Benutzer kann sich jetzt über das Frontend mit seinem Benutzernamen und seinem Passwort anmelden. Als Administrator können Sie Benutzer erstmalig anlegen oder den Benutzern erlauben, sich selbst zu registrieren. In der Konfiguration werden wir auf diese Thematik zurückkommen (siehe Kapitel 6.4).

6 Menü Site

Es gibt globale Einstellungen, die für alle einzelnen Seiten und für Ihren Server gelten. Alle diese Einstellungen sind im Menü Site zusammengefasst.

Es gibt hier fünf Menüpunkte (Abbildung 6.1):

  • Kontrollzentrum

  • Benutzer

  • Medien

  • Konfiguration

  • Abmelden

Menü Site
Abbildung 6.1: Menü Site

1.1 Content Management System (CMS)

Der Begriff Content Management System enthält die englischen Begriffe Content (Inhalt) und Management (Verwaltung). Er bezeichnet also recht ungenau ein System, mit dem Inhalte verwaltet werden können. So ein System kann eine Tafel und ein Stück Kreide sein (Speisekarte, Schultafel), es kann aber auch so etwas wie die freie Enzyklopädie Wikipedia oder ein Auktionshaus wie eBay sein. In allen drei Fällen werden Inhalte verwaltet. In den letzten beiden Beispielen sogar von sehr vielen Teilnehmern.

Diese Teilnehmer spielen bei Inhaltsverwaltungssystemen eine große Rolle, einerseits in der Funktion des Verwalters (Administrator) und andererseits in der Rolle des Benutzers (User) und der des Redakteurs.

Aber es kommt noch besser. Außer CM-Systemen gibt es natürlich auch noch Bezeichnungen wie Enterprise Ressource Planning Systeme (ERP-Systeme, Verwaltung von Firmendaten), Customer Relationship Management Systeme (CRM-Systeme, Pflege von Kundenkontakten), Document Management Systeme (DMS, Verwaltung von Doku­menten), Human Resource Management Systeme (HRM-Systeme, Personalverwaltung) und viele weitere.

Durch diese inflationäre Begriffs- und Funktionsvielfalt fällt es schwer, den Begriff CMS zu definieren. Diese Definition aus Wikipedia hat mir am besten gefallen:

„Ein Content-Management-System (CMS) ist ein Anwendungsprogramm, das die gemeinschaftliche Erstellung und Bearbeitung des Inhalts von Text- und Multimedia-Dokumenten (Content) ermöglicht und organisiert.“

Die Abkürzung ECMS hat sich für Enterprise Content Management Systeme etabliert. Alle anderen oben aufgeführten Abkürzungen sind dann Untermengen eines ECMS.

Joomla! fällt in die Gattung der Web Content Management Systeme (WCMS), da dessen Funktionalität innerhalb eines Browsers im Web verwaltet wird.

Im allgemeinen Sprachgebrauch wird der Begriff Content Management meist im Zusammenhang mit Webseiten verwendet, die sich über einen Browser pflegen lassen. Was die Definition nicht unbedingt einfacher macht. :-)

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