Barrierefreiheit
14 Barrierefreiheit und Joomla!
Verfasst von Angie Radtke am 31. December 2007 - 17:57von Angie Radtke1
Als Hagen mich fragte, ob ich dieses Kapitel in seinem Buch übernehmen würde, war mir erst mal mulmig – bis zum Abgabetermin war nur noch eine Woche Zeit. Puh.
Aber gut, ich bin ja nicht ganz unvorbereitet gewesen. Viele Dinge, die ich im Folgenden beschreibe, kommen in wesentlich detaillierterer Form in dem Buch Barrierefreies Webdesign vor, das ich gemeinsam mit Michael Charlier geschrieben habe2.
Hier habe ich nur ein Kapitel und muss mich auf das Wesentliche beschränken. Dazu gehe ich auf die Grundlagen des barrierefreien Webdesigns ein und beschreibe die grundlegende Idee, die hinter dem Standard-Template Beez steckt, mit dem man in Joomla! barrierefreie Seiten erstellen kann.
Die Frage, ob Barrierefreiheit und Joomla! zu vereinen seien, war bis zur Version 1.0.3 ein heißes Eisen. Möglich war es schon, der Aufwand aber hoch. Um sie zu beruhigen – mit 1.5 und Beez stehen der barrierefreien Ausgabe Ihrer Inhalte keine wesentlichen Hindernisse mehr entgegen.
- 2 Barrierefreies Webdesign. Attraktive Websites zugänglich gestalten. Addison-Wesley 2006. ISBN 978-3-8273-2379-8.
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14.13 Weitere Informationen zum Thema
Verfasst von Angie Radtke am 31. December 2007 - 16:4914.13.1 Allgemeines
- einfach-fuer-alle.de
- wob11.de
- barrierefrei-kommunizieren.de
- webaccessibility.de (umfangreiche Linksammlung von Martin Stehle)
- blog.der-auftritt.de
14.13.2 Assistive Technologien
- Webformator: webformator.com
- IBM Homepagereader: -5.ibm.com/de/accessibility/hpr.html
- Jaws: freedomscientific.com/fs_downloads/jaws.asp
- Windows eyes: gwmicro.com
- VIRGO: baum.at
14.13.3 Checkertools
- Colour Contrast Analyser:
- Vischeck: vischeck.com/
- Cynthia Says: contentquality.com
- Bobby: webxact.watchfire.com
- Validator: validator.w3.org
- Validator: htmlhelp.com
- Wave: wave.webaim.org/wave/index.jsp
- AIS Toolbar: webforall.info/html/deutsch/asistoolbar.php
- Accessibility Toolbar Mozilla/Firefox: cita.disability.uiuc.edu/software/mozilla/
14.13.4 Buchtipp
Angie Radtke u. Michael Charlier. Barrierefreies Webdesign.
Attraktive Websites zugänglich gestalten.
Addison-Wesley 2006.
ISBN 978-3-8273-2379-8.
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14.12 Joomla! - interne Accessibility Features
Verfasst von Angie Radtke am 31. December 2007 - 16:47Mit Joomla! hat man die Möglichkeit, Artikelübersichtsseiten anzulegen, auf denen einzelne Artikel angeteasert werden. In älteren Joomla!-Versionen findet sich hinter jedem dieser angeteaserten Artikel der Verweis Weiterlesen (oder read more, wenn man das deutsche Sprachfile nicht installiert hat). Dieser Link hatte bis zur Version 1.5 bei jedem Vorkommen innerhalb eines Webauftritts den gleichen Wortlaut: read more oder Weiterlesen.
Da Hilfsmittel wie z. B. Screenreader gegebenenfalls nur die Links einer Seite anzeigen, ist es erforderlich, Linktexte inhaltlich zu formulieren, um ein erkennbares Ziel zu liefern.
Abgesehen davon gehört der textliche Inhalt des read-more-Links semantisch zum Dokumenteninhalt und sollte frei formulierbar sein.Wird diese Anforderung nicht erfüllt, fällt eine Website schon beim ersten mechanischen Test auf ihre Zugänglichkeit durch.
In Joomla! 1.5 wird standardmäßig die Artikelüberschrift vor den Weiterlesen-Link positioniert, was eine eindeutige Unterscheidung des Linkziels möglich macht.
Diese Lösung ist aber auf die Dauer wenig befriedigend, da es sich um eine redundante Information handelt und keine redaktionelle Bearbeitung möglich wäre.
In Kapitel 8.1.2 sowie in Abbildung 8.6 wurde schon auf die Artikelparameter eingegangen, mit denen man das Erscheinungsbild bzw. die Informationsausstattung jedes Artikels auf jeder Seite einzeln gestalten kann. Jetzt gibt es in Joomla! 1.5 den neuen zusätzlichen Parameter readmore:text, den Sie unter Parameters Advanced in der Artikelansicht finden (Abbildung 14.12).

Abbildung 14.12: Alternativer Weiterlesen Text
Redaktionell kann dieser Parameter zu einer Herausforderung werden. Denn er hat nicht nur die Aufgabe, einen eindeutigen Linktext zu beschreiben, sondern soll Ihre Besucher neugierig machen und zum Weiterlesen animieren.
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14.11 Das Design und das CSS
Verfasst von Angie Radtke am 31. December 2007 - 16:46Bei der Gestaltung habe ich bewusst versucht, immer wieder auftauchende CSS-Fragen zu beantworten. Das Floaten von Inhalten genauso wie das absolute Positionieren innerhalb von relativen Elementen.
Tipp
CSS-Profis sollten relativ schnell mit dem vorgegebenen Code klar kommen und ihn an ihre Bedürfnisse anpassen können. Für Anfänger gestaltet sich dies sicherlich schwieriger.7
14.11.1Die Beez-internen CSS-Dateien
Innerhalb des CSS-Ordners finden sich eine Reihe von CSS-Dateien mit unterschiedlichen Aufgaben.
Die Positionierung und die Darstellung wurden absichtlich in unterschiedliche Dateien ausgelagert. Dies hat den großen Vorteil, dass man, wenn man lediglich die Farben ändern möchte, diese Änderungen nur in der layout.css vornehmen muss, und die Positionierung unberührt bleibt. Man kann also weniger falsch machen.
CSS-Dateien im Überblick
- position.css
- layout.css
- print.css
- template.css
- ie7only.css
- ieonly.css
- generell.css
- template_rtl.css
14.11.2 Positionierung
Die Positionierung der eigentlichen Inhalte ist in der position.css geregelt.
Hier finden Sie alle CSS-Angaben für das so genannte Rahmendokument, wie es in der index.php festgelegt worden ist, und die Positionierung für die Ein- und Zweispaltigkeit im Inhaltsbereich sowie die Leading story. Eingriffe in die position.css sollte nur vornehmen, wer genau weiß, was er tut und was er erreichen will.
Der folgende Code z. B. hinterlegt die Leading story mit dem Hintergrundbild des Bienchens.
.leading {
background: #EFDEEA url(../images/biene.gif) no-repeat top left;
border: solid 1px #CCC;
color: #000;
margin: 30px 0px 10px 0px;
padding: 20px 20px 40px 120px;
position: relative;
}
14.11.3 Das Layout
In der layout.css können Sie sich nach Herzenslust austoben, denn hier sind alle Formatierungen und Farbschemata hinterlegt. Aber auch die Positionierung von bestimmten inhaltlichen Elementen können Sie hier finden.
Das folgende CSS formatiert die Überschrift der Leading story und positioniert den Readmore-Link in die rechte untere Ecke. Dies geschieht durch die absolute Positionierung in der relativ positionierten Leading story.
#main .leading h2,#main2 .leading h2 {
background:#EFDEEA;
border-bottom:solid 0 #333;
color:#93246F;
font-family:trebuchet MS, sans-serif;
font-size:1.4em;
font-weight:normal;
margin:0 0 10px;
text-transform:uppercase;
}
#main .leading .readon,#main2 .leading .readon {
background:url(../images/pfeil.gif) #93246F no-repeat;
border:solid 0;
bottom:0;
color:#FFF !important;
display:block !important;
margin-top:20px !important;
position:absolute;
right:0;
text-decoration:none;
padding:2px 2px 0 30px;
}
14.11.4 Sonstiges
Die template.css wird immer dann in Joomla! eingebunden, wenn Popups ohne Browsernavigation auftauchen, z. B. in dem Email to friend-Popup-Fenster, oder wenn Sie über die Navigation einen Menüpunkt in diesem Stil anlegen. Die Formatierung dieser Ansicht erfolgt ausschließlich über diese Datei.
ie7only.css und ieonly.css kümmern sich um die Browserbugs der verschiedenen Internet Explorer-Versionen und sind im Kopf der index.php durch Conditional Comments eingebunden.
Conditional Comments sind spezielle Kommentare, die nur vom Microsoft Internet Explorer ab Version 5 interpretiert werden, um ausschließlich diese Browser mit Anweisungen zu versorgen.
<!--[if lte IE 6]>
<link href="<?php echo $this->baseurl ?>/templates/beez/css/ieonly.css"
rel="stylesheet"
type="text/css" />
<![endif]-->
<!--[if IE 7]>
<link href="<?php echo $this->baseurl ?>/templates/beez/css/ie7only.css"
rel="stylesheet"
type="text/css" />
<![endif]-->
Zur print.css gibt es nicht viel zu sagen. Sie formatiert die Seite für den Ausdruck und wird nur dort benutzt. Der ein oder andere wird sich vielleicht wundern, warum vor dem eigentlichen Inhalt ganz groß das Wörtchen Content steht, obwohl das in dieser Form nicht im Quelltext vorkommt.
Mit CSS ist man in der Lage, Content in ein Dokument zu schreiben. Der folgende Code erledigt das für uns. Nicht alle Browser können damit umgehen – die standardkonformen schon.
#main2:before {
content: " content ";
…
}
Die generell.css ist eigentlich schon eine Hierarchieebene höher im Systemordner vorhanden. Möchte man jedoch auch die Joomla!-internen Fehlermeldungen seinem Design entsprechend anpassen, ist dafür hier der richtige Ort.
Und last but not least die template_rtl.css. RTL bedeutet Right to Left, was sich auf die Leserichtung der installierten Sprache bezieht. Die Leserichtung ist in der xml-Datei des ausgewählten Sprachfiles angegeben und als Variable in der index.php des Templates verfügbar.
<?php
if($this->direction == 'rtl') :
?>
<link rel="stylesheet"
href="<?php echo $this->baseurl ?>/templates/beez/css/template_rtl.css"
type="text/css" />
<?php
endif;
?>
Mit dieser CSS--Datei wird die Darstellung von Beez entsprechend der Leserichtung verändert, wenn Sie eine Sprache wie Hebräisch oder Arabisch installiert haben.
Spaßeshalber können Sie einfach mal ausprobieren, was passiert, wenn Sie in der englischen Standardsprache die Leserichtung ändern, indem Sie die entsprechende Variable von 0 auf 1 setzen (Abbildung 14.11).
Pfad: language/en-GB/en-GB.xml
...
<metadata>
...
<rtl>1</rtl>
...
</metadata>

Abbildung 14.11: Beez in RTL-Schreibrichtung
- 7 Sollten Sie kein CSS-Experte sein, kann ich Ihnen nur zu dem CSS-Buch von Peter Müller, Little Boxes, raten. Auf angenehme Art und Weise führt er in die CSS-Problematik ein und bietet Lösungen an.
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14.08 Die com_content
Verfasst von Angie Radtke am 31. December 2007 - 16:38Die Komponente com_content steuert die Ausgabe aller Inhalte und ist damit das Herzstück unseres Codes.
Sie finden die entsprechenden Dateien unter templates/beez/html/com_content.
Im Standard-Template wird die Joomla!-spezifische mehrspaltige Ausgabe mittels einer Tabelle realisiert. Dies ist die einfachste Lösung – nichts verrutscht – alles passt auch ohne CSS.
Nutzt man Beez, muss man umdenken. Es werden unterschiedlich verschachtelte divs verwandt, die mit verschiedenen CSS-Klassen versehen wurden, um in der Gestaltung möglichst flexibel zu sein. Es gibt Klassen für einzelne Zeilen und Spalten, so dass mittels CSS so ziemlich alles an Gestaltungswünschen umgesetzt werden kann. Wem dieses Klassen-Angebot zu umfangreich erscheint, der kann es mit »Suchen und Ersetzen« relativ leicht aus dem Code entfernen.
Hier ein entsprechender Auszug aus beez/html/com_conent/frontpage/default.php:
<div class="article_row<?php echo $this->params>get('pageclass_sfx'); ?>">
<?php
for ($z = 0;
$z < $colcount && $ii < $introcount && $i < $this->total;
$z++, $i++, $ii++) : ?>
<div class="article_column column<?php echo $z + 1; ?>cols<?php echo $colcount; ?>" >
<?php $this->item =& $this->getItem($i, $this->params);
echo $this->loadTemplate('item'); ?>
</div>
<span class="article_separator"> </span>
<?php
endfor;
?>
<span class="row_separator<?php echo $this->params->get('pageclass_sfx'); ?>"> </span>
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14.07 Beez und Module
Verfasst von Angie Radtke am 31. December 2007 - 16:37Joomla! bringt von Haus aus verschiedene Module mit unterschiedlichen Funktionalitäten mit. Vom frei definierten HTML-Code bis zur Ausgabe einer Liste der meist gelesenen Artikel ist einiges möglich. Man kann Module im Joomla!-Backend unterschiedlichsten Modulpositionen zuweisen, die dann im Template an die Stelle positioniert werden, an der sie erscheinen sollen. Die Namen der Modulpositionen werden in der Template-internen XML-Datei festgelegt. Hier eröffnen sich zahlreiche Möglichkeiten zur Anpassung des Seitenaufbaus an die Bedürfnisse des jeweiligen Projekts.
Der folgende Code bindet das Modul mit der Position left ein.
<jdoc:include type="module" name="left" />
Beez selbst besitzt eine eigene Art, Module einzubinden, was ermöglicht, die header-level, das heißt die semantische Überschriftenauszeichnung der Module selbst, zu bestimmen.
Jedes Modul kann auf Wunsch mit einer Überschrift aus der Hierarchieebene ausgezeichnet werden. Im global semantischen Zusammenhang einer Seite ist die Wahl der Überschriftenart durchaus von Bedeutung. Sie muss sich in die Gesamtstruktur der Seite logisch integrieren, da unterschiedlichste Inhalte unter Umständen andere inhaltliche Gewichtungen haben können.
<jdoc:include
type="modules"
name="left"
style="beezDivision"
headerLevel="3" />
Tipp
In Hinblick auf die Gestaltung barrierefreier Seiten verdient das Modul most read besondere Beachtung: Es zeigt die Artikel an, die am öftesten aufgerufen wurden, und unterstützt somit Ihren Leser bei der Informationsaufnahme.
- 7230 Aufrufe
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14.06 Sprungmarken
Verfasst von Angie Radtke am 31. December 2007 - 16:36Lineare Darstellung von Inhalten hat den großen Nachteil, dass man unter Umständen einen sehr weiten Weg zurücklegen muss, um zu »hinten« liegenden Inhaltsbereichen zu gelangen.
Beez kümmert sich an zwei Stellen um diese Sprungmarken. Zum einen in der index.php, wo ihre Position festgelegt wird und zum anderen in den eingesetzten Komponenten und Modulen, die Formularelemente enthalten.
14.6.1 index.php
Zu Beginn finden wir folgenden Code:
<ul>
<li>
<a href="#content" class="u2">
<?php echo JText::_('Skip to Content'); ?>
</a>
</li>
<li>
<a href="#mainmenu" class="u2">
<?php echo JText::_('Jump to Main Navigation and Login');?>
</a>
</li>
<li>
<a href="#additional" class="u2">
<?php echo JText::_('Jump to additional Information'); ?>
</a>
</li>
</ul>
Diese Sprungmarken verlinken dokumentintern auf ihre entsprechenden Anker und sind semantisch korrekt mittels einer Liste angeordnet. Die JText-Anweisungen dienen der Übersetzung und werden je nach verwendetem Sprachfile automatisch in die von Ihnen ausgewählte Standardsprache übersetzt (siehe Kapitel 4.1, Seite 87).
Vor jedem Anker befindet sich eine mit CSS aus dem Viewport heraus positionierte Überschrift. Sie ist normalerweise unsichtbar, wird aber z. B. in Screenreadern ausgegeben und erleichtert die nachvollziehbare Strukturierung des Inhaltes in hohem Maß.
<h2 class="unseen">
<?php echo JText::_(' View, Navigation and Search'); ?>
</h2>
...
<a name="mainmenu"></a>
Man könnte den Skiplink auch direkt auf die ID des umgebenden divs setzen, was sicherlich dem Konzept des strukturierten Dokumentes besser gerecht würde – leider gibt es jedoch einige ältere Screenreader, die damit nicht zurechtkommen.
14.6.2 Skiplinks in den Formularen
Senden Screenreader-Nutzer ein Formular ab, welches nicht mit einer Sprungmarke versehen wurde, landen sie am Seitenanfang und müssen erst umständlich zum eigentlichen Seiteninhalt navigieren. Um dies zu verhindern, verfügen die in Beez eingesetzten Formulare über Sprungmarken zum eigentlichen Seiteninhalt.
<form
action="<?php echo JRoute::_('index.php?option=com_search#content') ?>"
method="post"
class="search_result<?php echo $this->params->get('pageclass_sfx') ?>"
>
Listing 14.1: Beispiel: die Suche
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14.04 Barrierefreiheit in Joomla! 1.5 - mit Beez wird's möglich
Verfasst von Angie Radtke am 31. December 2007 - 16:34Joomla! gehört zu den meistgebrauchten Content-Management-Systemen. Wenn dieses System jetzt standardmäßig mit dem barrierefreien Template Beez ausgeliefert wird, kann dies das gesamte Netz in Richtung Zugänglichkeit verändern.
Beez ist das Ergebnis von viel Programmier- und noch viel mehr Überzeugungsarbeit. Beez verfolgt ein zweifaches Ziel: Profis wird durch Beez die Erstellung umfangreicherer barrierefreier Projekte wesentlich erleichtert – die Entwicklungszeit wird deutlich verkürzt, das spart Geld, Barrierefreiheit wird günstiger. Ideal z. B. für Kommunen und andere Institutionen, die Wert auf Barrierefreiheit legen.
Gleichzeitig ist Beez jedoch so ausgelegt, dass auch Menschen mit begrenztem Entwickler-Wissen mäßig komplexe Seiten mit hoher Zugänglichkeit erstellen können.
Damit ist Joomla! mit Beez ein ideales Werkzeug für die Webauftritte von Einrichtungen im Behindertenbereich selbst.
Das barrierefreie Template Beez ist nur ein Beispiel, um den neuen Weg, den Joomla! 1.5 eröffnet, zu demonstrieren. Es dient als Basis, kann beliebig modifiziert und erweitert werden. Das Design kann bereits auf der Beez Grundlage von Beez durch Anpassung der CSS-Dateien nahezu beliebig verändert werden.
Entwickler können auf der Basis von Beez eigene Templates entwickeln, die buchstäblich alle Anforderungen an leistungsfähige und gleichzeitig barrierefreie Webseiten erfüllen.
Im Moment versteht man unter einem Joomla!-Template lediglich das visuelle Erscheinungsbild. Beim ersten Blick scheint Beez vielen wenig attraktiv, aber die Gestaltung und der damit verbundene CSS-Code sind nur die Oberfläche, die mit entsprechenden CSS-Kenntnissen leicht modifiziert werden kann.
Der Aufbau der index.php unterscheidet sich grundsätzlich wenig von dem anderer Templates und wird deshalb nicht genauer erklärt.
Hier einige Beispiele für das, was bereits ohne tiefgehende Eingriffe in das Template möglich ist:

Abbildung 14.4: http://www.lichtblick.ch/

Abbildung 14.5: http://jobs.pr-journal.de/

Abbildung 14.6: http://www.assfinet.de/

Abbildung 14.7: http://www.kommkonzept.de/
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14.02 Die gesetzlichen Grundlagen
Verfasst von Angie Radtke am 31. December 2007 - 16:32Die Anstrengungen, Computer auch für Behinderte zugänglich zu machen, sind tatsächlich älter als das Internet. Die UNO verabschiedete im Dezember 1982 das World Programme of Action (WPA), in dem die Zugänglichkeit moderner Technologien für Menschen mit Behinderungen eine große Rolle spielt. Große IT-Unternehmen wie IBM, Microsoft und Sun haben in den folgenden Jahren erste wichtige Beiträge geleistet, um diese Zugänglichkeit zu verbessern. Im Dezember 1993 – das HTTP-Protocol war kaum zwei Jahre alt – verabschiedete dann die Generalversammlung der UNO eine Resolution, in der gleichberechtigter Zugang zu Information und Kommunikation für Menschen mit physischen Behinderungen gefordert wurde. Schon bald entwarfen erste Staaten Verordnungen oder Gesetze, um diese Vorgabe umzusetzen.
Mit der Gründung des W3C 1994 stand dann auch ein fachkundiges Gremium zur Verfügung, das – neben anderen Standardisierungsmaßnahmen – auch die Erarbeitung von Richtlinien für den barrierearmen Webzugang zu seiner Aufgabe machte. Diese Arbeiten waren 1998 weitgehend abgeschlossen, so dass die Vereinigten Staaten auf ihrer Grundlage im Dezember 1998 Section 508 of the Rehabilitation Act Amandment verabschiedeten – damit wurde die Einhaltung bestimmter Zugänglichkeitsanforderungen für die US-Regierung und ihre Lieferanten zur gesetzlichen Pflicht. Die Web Accessibility-Initiative des W3C hat diese Richtlinien schließlich ihrerseits erst im Mai 1999 als Web Content Accessibility Guidelines 1.0 (WCAG1.0) verabschiedet. In weitgehend unveränderter Form wurden diese Richtlinien dann zur Grundlage der BITV (Barrierefreie Informationstechnologie Verordnung) nach dem deutschen Behindertengleichstellungsgesetz von 2002 und zahlreichen anderen gesetzlichen Regelungen in vielen Ländern der Erde. In den Jahren nach 2000 hat die WAI dann noch weitere Richtlinien erarbeitet, die sich z. B. auf die zugänglichkeitsfördernde Gestaltung von Browsern und anderen User-Agents (UAAG) beziehungsweise Authoring-Werkzeugen (ATAG) beziehen.
Tipp
Auf der Seite des Aktionsbündnis für barrierefreie Informationstechnik – AbI finden Sie alles rund um die aktuelle Gesetzgebung in Deutschland: http://www.wob11.de/.
Die Richtlinien der WCAG1 aus dem Jahr 1998 sind heute in einigen Punkten überholt und daher nicht mehr uneingeschränkt als Grundlage unserer Arbeit geeignet. Dies liegt vor allem daran, dass sich seitdem die Technik massiv weiterentwickelt hat.
Weiterhin sind die Arbeiten an einer WCAG2, die eigentlich bereits 2001 hätte fertiggestellt werden sollen, immer noch nicht zum Abschluss gekommen. Ein erster Entwurf der WCAG2 wurde Mitte des Jahres (2007) veröffentlicht und wird im Moment heiß diskutiert.3
Der kanadische Accessibility-Experte Joe Clark hat Anfang Juni 2007 die WCAG Samurai Errata mit interessanten und heftig umstrittenen Vorschlägen für die Korrektur der geltenden WCAG 1.0 veröffentlicht4.
WCAG1/BITV sind daher trotz ihrer Schwächen derzeit die einzige verbindliche Grundlage für die Gestaltung zugänglicher Webseiten. Wir empfehlen daher allen, die auf diesem Gebiet arbeiten wollen, sich außer in wenigen zu begründenden Ausnahmen an diese Richtlinien zu halten, gleichzeitig aber auch die weitere teilweise öffentlich geführte Diskussion um Version 2 mitzuverfolgen.
Die WCAG1 besteht aus 14 Richtlinien, die jeweils mehrere Punkte umfassen. Diese Prüfpunkte sind in drei Prioritätsstufen eingeteilt, die den Kategorien muss erfüllt sein, sollte erfüllt sein, ist sinnvoll entsprechen. Je nachdem, ob die erste, die erste und zweite oder alle drei Kategorien erfüllt sind, darf sich eine Website mit A, AA oder AAA schmücken. In der deutschen BITV sind die beiden ersten Kategorien zusammengefasst, so dass lediglich eine Unterscheidung von Pflichtpunkten und sinnvollen Anregungen vorliegt. Hier gibt es somit also nur AA oder AAA – damit sind die Anforderungen der BITV theoretisch höher als die der WCAG.
- 3 Im November 2007 wurde dieser Entwurf überarbeitet und unter http://www.w3.org/WAI/GL/WCAG20/WD-WCAG2020071102/ veröffentlicht.
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14.01 Barrierefreiheit - was ist das eigentlich?
Verfasst von Angie Radtke am 31. December 2007 - 16:31Für die meisten Menschen ist das Internet mittlerweile zur Selbstverständlichkeit geworden. Informationen aus aller Welt stehen zum Abruf bereit. Und vielleicht noch wichtiger: Auch die Sonderangebote beim örtlichen Baumarkt, die Öffnungszeiten des Einwohnermeldeamtes oder das Telefonbuch sind am heimischen Bildschirm erreichbar. Lästige Bibliotheksbesuche oder Telefonate werden unnötig, man schaut halt ins Netz.
Von dieser Entwicklung profitieren jedoch nicht alle. Gerade Menschen, denen durch irgendeine körperliche oder geistige Behinderung die volle Teilnahme am gesellschaftlichen Leben erschwert ist, könnten von der Kommunikationstechnik enorm profitieren. Doch sie scheitern oft an Barrieren, die ihnen den Zugang zu Informationen oder die Nutzung von Angeboten erschweren oder ganz unmöglich machen. Viele dieser Barrieren lassen sich überwinden, wenn die Angebote entsprechend gestaltet sind.
Betreiber von Online-Shops oder Banken, die Internetbanking anbieten, sollten sich dieser nicht so kleinen Zielgruppe durchaus bewusst sein.
Barrierefreies Webdesign zielt dementsprechend darauf ab, Inhalte und Interaktionen im Netz für (möglichst) alle Nutzergruppen und Endgeräte zugänglich zu machen.
Ca. 8% der deutschen Bevölkerung haben eine physische Einschränkung, die den Betroffenen den Zugang zu Informationen aus dem Internet erschwert. Landläufig wird barrierefreies Webdesign mit dem Begriff Internet für Blinde gleichgesetzt. Ich möchte betonen, dass das nicht alles ist – tatsächlich sogar nur der kleinste Teil. Ich habe mich schon oft gefragt, warum das so ist. Wahrscheinlich liegt das daran, dass der Monitor zum klassischen Symbol für den Computer geworden ist, und wer nichts sieht, kann ihn nicht bedienen. In meiner täglichen Arbeit ist mir aber immer wieder aufgefallen, dass gerade blinde Menschen mit weniger zugänglichen Seiten viel besser zurecht kommen als Menschen mit andersartigen Behinderungen.
Als blind gelten Personen, deren restliche Sehkraft nur noch wenige Prozent des Durchschnittswertes beträgt. Die Zahl der so bestimmten Blinden wird für Deutschland mit 150.000 bis 200.000 angegeben. Einige von ihnen können am Computer durch Schriftvergrößerung und individuelle Farbeinstellungen Texte gerade noch entziffern, während andere darauf angewiesen sind, sich die Information akustisch ausgeben zu lassen oder diese über die Braillezeile zu ertasten.
Erheblich größer ist der Anteil der Menschen mit starken Sehbehinderungen.
Über verschiedene Grade von Fehlsichtigkeit klagt etwa ein Viertel der Bevölkerung im berufstätigen Alter – später nimmt der Anteil stark zu. Einige Fehlsichtigkeiten lassen sich durch Brillen recht gut kompensieren, andere nur sehr begrenzt. Bestimmte Augenerkrankungen wie Grauer oder Grüner Star lassen sich operativ beheben oder zumindest abmildern. Wieder andere wie Retinopathia pigmentosa oder Diabetische Retinopathie führen zu einer ständigen Verschlechterung des Sehvermögens und letztlich oft zu völligem Verlust der Sehfähigkeit. Beim so genannten »Tunnelblick« ist das Gesichtsfeld der betroffenen Personen extrem eingeschränkt – manchmal auf die Größe einer Zwei-Euro-Münze, die man auf die Entfernung der Länge eines Armes vor das Gesicht hält.
Etwa 10% der männlichen Bevölkerung ist von leichten Formen der Farbenblindheit betroffen – meistens heißt das, dass bestimmte Rot- und Grüntöne nicht voneinander unterschieden werden können. Blindheit gegenüber anderen Farben, völlige Farbenblindheit oder Rot-Grün-Blindheit bei Frauen sind sehr selten.
Einer anderer potenzieller Nutzerkreis hat Probleme mit der üblichen Eingabetechnik – nicht jeder kann eine Maus führen oder eine Standardtastatur bedienen.
Dafür kann es viele Gründe geben: Arme und Finger sind bewegungsunfähig oder bewegen sich spontan und schwer kontrollierbar. Andere haben überhaupt keine Hände und Arme oder sind vom Hals abwärts oder nach einem Schlaganfall halbseitig gelähmt. Solange ein Mensch in der Lage ist, auch nur ein binäres Signal – also die berühmte 0 oder 1 – gesteuert abzusetzen, reicht das, um mit Energie, Lernaufwand und geeigneter Software einen Computer in allen Funktionen bedienen zu lernen.
Es gibt in Deutschland etwa 60.000 bis 100.000 Menschen mit extrem eingeschränkter Hörfähigkeit. Einige Tausend davon waren dadurch auch so stark beim Erlernen der deutschen Sprache behindert, dass sie diese Sprache nur unvollkommen (Stand 4. bis 6. Schuljahr) beherrschen. Was die Forderung nach verständlicheren Texten klarer macht.
Für die Kommunikation untereinander, aber auch für die Aufnahme fremder oder anspruchsvollerer Inhalte ziehen sie die Deutsche Gebärdensprache vor – das ist ein Idiom auf einer eigenen, von der Lautsprache unabhängigen Grundlage eines Systems von Zeichen und Gesten.
Achtung
Nicht nur Menschen mit geringem Hörvermögen surfen meistens ganz ohne oder mit abgeschalteten Lautsprechern! Es ist keinesfalls ausreichend, z. B. irgendwelche Warnsignale nur akustisch auszugeben – sie müssen stets von einem eindeutig interpretierbaren visuellen Hinweis begleitet werden.
Je mehr das Internet alle Lebensbereiche erobert, desto mehr treten auch situative Behinderungen in den Vordergrund: Langsame Verbindungen im Hotel, unkontrollierbare Lichtverhältnisse im fahrenden Zug, angeordneter Verzicht auf Ton am Arbeitsplatz.
Von zugänglichen Websites profitieren alle Menschen. Dabei muss es nicht immer um die volle Beachtung aller Richtlinien gehen, zu deren Einhaltung staatliche Stellen verpflichtet sind. Auch kleine Schritte in Richtung Zugänglichkeit können die Benutzbarkeit von Seiten wesentlich verbessern.
Durch seinen hohen Verbreitungsgrad hat Joomla! die Möglichkeit, viel zu bewegen. Mit dem Standard-Template Beez ist es nun relativ einfach geworden, zugängliche und für viele nutzbare Seiten zu erstellen.
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